Besteck:
Besteck ist
die Kurzform für Essbesteck und bezeichnet verschiedene
Werkzeuge, welche zur Nahrungsaufnahme benutzt werden. Zum
heutigen, im europäischen Raum gebräuchlichen Besteck
zählen Messer, Gabel und Löffel.
Entgegen vieler Meinungen zählt diese Art des Essbestecks
allerdings nicht zu der meist verwendeten auf der Erde. Im
asiatischen Raum werden weiterhin vermehrt Essstäbchen
zur Nahrungsaufnahme verwendet. Der mit Abstand größte
Teil der Menschen isst allerdings nach wie vor nicht mit Besteck,
sondern mit den Fingern. Nach Schätzungen beträgt die Zahl
derer etwa 4,2 Milliarden Menschen, während „nur“
circa 1,2 Milliarden Menschen mit Essstäbchen und um die
900 Millionen mit Messer, Gabel und Löffel
speisen. Interessant daran ist, dass in islamischen und
hinduistischen Kulturen teilweise ausschließlich mit der
rechten Hand gegessen werden darf, da die linke Hand als unrein gilt.
Das liegt daran, dass die Körperreinigung in diesen Gebieten mit
der linken Hand ausgeführt und dieser Prozess als nicht sauber
angesehen wird.
Die Nutzung von
Messer und Gabel zur Nahrungsaufnahme ist eine
relativ neue Sitte, die sich erst im 19. Jahrhundert durchgesetzt
hat. Zieht man neueste Statistiken zu Rate, erkennt man außerdem
eine leicht rückläufige Tendenz der Menschen, die Besteck
verwendet. Gründe dafür sind die immer größer
werdende Zahl an Personen, die sich von Fast Food ernähren und
unterwegs essen. Da dieses Essen mit der Hand zu sich genommen wird,
sinkt die Zahl der Bestecknutzer immer weiter.
Modernes
Essbesteck:
Löffel:
Der Löffel
ist die ursprünglichste Form des Essbestecks und ist
vereinfacht gesehen der menschlichen Hand nachgebildet. Die Fähigkeit
der Hand, Wasser schöpfen zu können, spielte bei der
Entwicklung des Löffels wohl eine große Rolle. Er
besteht in der Regel aus zwei Teilen – dem Stiel und der so
genannten Laffe, der Löffelschale. Das Besondere an der
Fertigung ist, dass beide Teile aus verschiedenen Materialien und mit
unterschiedlichen Techniken hergestellt werden.
Lange Zeit wurde der
Löffel als einziges Besteck
verwendet, da die ersten Messer lediglich zum Zerteilen
und Zerkleinern der Nahrung benutzt wurden.
Über viele Jahre
– bis in die Neuzeit – galten Löffel auch als
Wertgegenstände und wurden daher oft als familiäres
Erbstück an die eigenen Kinder vermacht. Aus diesem Brauch
entwickelte sich auch der bekannte Spruch, dass gestorbene Menschen
den „Löffel abgegeben haben“.
In der heutigen Zeit
werden Löffel nicht nur als Besteck
verwendet, sondern auch als Maßeinheit für die Zubereitung
verschiedener Rezepte. Dabei handelt es sich um die Einheiten
„Esslöffel“ (ca. 15 ml) und „Teelöffel“
(ca. 5 ml), was allerdings keinen genaue Angaben sind, da man
zusätzlich zwischen gestrichenen und gehäuften Löffeln
unterscheiden kann.
Messer:
Das Messer
gibt es wahrscheinlich schon ähnlich lange wie den Löffel,
allerdings nicht als Besteck,
sondern grundsätzlich zum Zerkleinern der Nahrung. Dies liegt
vor allem darin begründet, dass über sehr viele Jahre immer
noch mit den Fingern gegessen wurde und die Nahrung so in
mundgerechte Portionen zerteilt wurde.
Heutzutage werden
allein in Deutschland circa 2000 verschiedene Klingenformen
produziert und auf der ganzen Erde verkauft. Zu solchen zählen
beispielsweise Steakmesser mit einer scharfen Zahnung,
Brotmesser mit einem langwelligen Schliff sowie
Fischmesser, welche weder gezahnt, noch geschliffen
sind. Dies ist vor allem so, damit man beim Schneiden eines
Fischs nicht seine Gräten durchtrennt.
Will man ein Gedeck
richtig auflegen, sollte man darauf achten, dass die Schneide
des Messers immer Richtung Teller zeigt. Interessant ist, dass
die Schneide nach dem Essen in die eigene Richtung zeigen
sollte und niemals in die Richtung des Gegenüber. Früher
wurde dies nämlich als Provokation oder feindlicher Akt
ausgelegt.
Gabel:
Die Gabel
findet in Europa schon zu römischer Zeit ihre erste Erwähnung.
Die ersten, aus Schatzfunden sichergestellten Exemplare waren im
Gegensatz zu heute kleine, dreizinkige Gabeln. Da die
Menschen aber über viele Jahrhunderte mit den Fingern aßen,
setzte sie sich im Vergleich zu Löffel und Messer
erst sehr spät als Besteck
durch. Ein anderer Grund dafür ist, dass die Gabel in
christlichen Gebieten lange Zeit als Teufelswerkzeug angesehen und
daher gemieden wurde.
Aus diesem Grund war
es in Gotteshäusern und Klöstern über viele Jahre
absolut verboten, beim Essen eine Gabel zu benutzen.
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